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Pferdegebiss: Test, Vergleich und Kaufratgeber

Fjordpferd mit Trense
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Ob bei der Ausbildung eines jungen Pferdes oder später im Training: Für die Auswahl des richtigen Gebisses solltest Du Dir Zeit nehmen und gegebenenfalls Rat einholen.

Auf dem Markt existieren die unterschiedlichsten Formen und Varianten, welche den Reiter nicht selten vor eine Herausforderung stellen. Dennoch ist der Kauf eines Gebisses keine schwere Entscheidung, wenn Du weißt, was es zu beachten gilt. Einen Überblick über die geläufigsten Gebissarten und was Du beachten musst, um für Dich und Dein Pferd das richtige Gebiss zu finden, zeigen wir Dir hier in diesem Beitrag. Weiter unten auf der Seite haben wir außerdem aktuelle Pferdegebiss-Tests für Dich zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Reitgebisse variieren in der Form, dem Material und der Größe
  • Welches Gebiss für Dich und dein Pferd das passende ist, hängt von dem Ausbildungsstand von Dir und Deinem Pferd, der Anatomie des Pferdemauls und individuellen Vorlieben ab
  • Auch für Reitgebisse findest Du eine große Auswahl an Zubehör

Die besten Pferdegebisse: Favoriten der Redaktion

Du willst wissen, welche Produkte wir besonders gut finden? Natürlich haben auch wir unsere Favoriten. Welche das sind verraten wir Dir im Folgendem:

Die beste Kombination für Reitanfänger und sensible Pferde: Schenkeltrense von Feeling

Was uns gefällt:

  • die Seitenteile verhindern das Hin- und Herrutschen im Pferdemaul und sorgen für Stabilität
  • das Gebiss ist aus Edelstahl gefertigt und damit sehr robust
  • das Material ist besonders allergikerfreundlich
  • die Seitenringe sind rotierbar und damit besonders gut für ungeübte Reiter geeignet
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Was uns nicht gefällt:

  • Das Gebiss gibt es nur in den Größen 115 cm, 125 cm und 135 cm

Redaktionelle Einschätzung

Durch die Begrenzung an den Seiten liegt das Gebiss stabil im Maul, denn es wird verhindert, dass das Gebiss unangenehm durch das Maul gezogen werden kann und so das Pferd womöglich verletzt. Mit der Kombination von rotierbaren Seitenteilen eignet sich diese Schenkeltrense besonders gut für Reitanfänger, da durch die Rotation ungeübte Handbewegungen ausgeglichen werden. Zudem kann das Gebiss mit seinem hochwertigen Material punkten: Der Edelstahl neigt nur wenig dazu zu rosten und gilt als besonders robust und allergikerfreundlich. Bei der Auswahl der Größe ist darauf zu achten, dass Schenkeltrensen für gewöhnlich 0.5 cm größer gewählt werden, damit die Schenkel nicht in Kontakt mit dem Pferdemaul kommen (Einklemmungsgefahr). Dies ist hier nicht erforderlich, denn die Ringe, welche Mundstück und Seitenteile verbinden, sorgen bereits für den notwendigen Abstand. Das Gebiss gibt es in den Größen von 115-135 cm und deckt damit einen großen Bereich bereits ab. Für Pferde mit besonders kleiner oder großer Maulbreite sind allerdings keine entsprechenden Größen dieses Gebisses verfügbar.
Mit einem vergleichsweise günstigen Preis und der hochwertigen Qualität hat dieses Produkt jedoch insgesamt ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis.

Das besonders geschmackvolle Gebiss: Wassertrense von Apple Mouth

Was uns gefällt:

  • der Kunststoff ist weich und angenehm zum Pferdemaul
  • wird von Pferden gerne angenommen
  • der Apfelgeschmack regt die Kautätigkeit Deines Pferdes an
  • Wassertrensen-Modell eignen sich gut für Reitanfänger
  • besonders günstig
Was uns nicht gefällt:

  • hat teilweise scharfe Kanten an den Ringen
  • nutzt sich aufgrund des Materials schneller ab als andere Gebisse

Redaktionelle Einschätzung

Gebisse von Apple Mouth erfreuen sich besonders großer Beliebtheit bei Reitern mit empfindlichen oder jungen Pferden verwendet, die sich noch am Anfang der Ausbildung befinden und sich erst an ein Gebiss im Maul gewöhnen müssen. Durch den Kunststoff ist das Gebiss sehr weich zum Pferdemaul. Wichtig ist hier aber auf Abnutzungsspure zu achten, da das Gebiss aufgrund des Material im Vergleich zu anderen Gebisse, die zum Beispiel aus Metall gefertigt sind, stärker und schneller zu Verschleiß neigt. Der Apfelgeschmack sorgt dafür, dass Pferde dieses Gebiss sehr gerne annehmen und verstärkt abkauen. Dies fördert die Gelassenheit und Durchlässigkeit des Pferdes beim Reiten. Durch die rotierbaren Ringe dieser Wassertrense können auch grobe, ungewollte Handbewegungen ungeübter Reiter gut ausgeglichen werden. Teilweise können die Ringe der Seitenteile herstellungsbedingt bei diesem Gebiss leicht scharfkantig sein. Dies lässt sich aber problemlos selbst nachschleifen. Mit einem sehr guten Preis bietet sich die Wassertrense von Apple Mouth sehr gut an, um Pferde einzureiten oder bei sehr sensiblen, beim Reiten festen Pferden anzuwenden.

Feine Hilfengebung und weich im Maul: Pelhalm von Horze

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Was uns gefällt:

  • das Stangengebiss gibt mehr Kontrolle
  • Die Gummiummantelung ist perfekt für im Maul empfindliche Pferde
  • trotz der Gummiummantelung ist das Mundstück nicht zu dick
  • in vielen Größen verfügbar: von 105 cm bis 145 cm
  • sehr günstig
Was uns nicht gefällt:

  • Gummi neigt stärker zu Abnutzungen

Redaktionelle Einschätzung

Bei diesem Modell sind die Vorteile eines Stangengebisses mit denen eines Pelham kombiniert: Das Stangengebiss sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung im Pferdemaul, während über die Seitenteile des Pelhams gleichzeitig feinere Hilfen gegeben werden können. Pferde die an bestimmten Stellen druckempfindlich sind oder wenig sensibel auf den Druck gezielter Reiterhilfen reagieren, kannst Du mit einem Stangengebiss helfen und mehr kontrollieren. Gleichzeitig kannst du über das Pelham mit kurzen Unterzügen ein weiteres Paar Zügel anbringen und hierüber feinere Hilfen geben. Die Gummiummantelung sorgt für ein angenehmes Traggefühl im Pferdemaul und eignet sich sehr gut für empfindliche Pferde. Trotz der Ummantelung aus Gummi ist das Gebiss jedoch nicht zu dick. Wichtig ist, dass Du das Gebiss regelmäßig auf Abnutzungsspuren kontrollierst, da das Gummimaterial stärker zu Verschleiß neigt. Super ist, dass du dieses Stangengebiss im Pelham-Stil in vielen verschiedenen Größen erwerben kannst: Das Gebiss ist in den Größen von 105 cm bis 145 cm erhältlich.

Eine Konstruktion für die besonders feine Druckverteilung: Reitkandare von Sprenger

Was uns gefällt:

  • aus hochwertigem Material Sensogan und Edelstahl gefertigt
  • regt die Kautätigkeit des Pferdes an
  • allergikerfreundlich
  • besondere Konstruktion sorgt für eine feine Druckverteilung
  • gut, um Pferde an ein Kandarengebiss zu gewöhnen
Was uns nicht gefällt:

  • aufgrund des Materials recht teuer

Redaktionelle Einschätzung

Die HO Reitkandare von Sprenger ist aus Sensogan und Edelstahl gefertigt und ist dadurch sehr robust und langlebig. Der reduzierte Kupferanteil des Mundstücks sorgt für eine bessere Oxidation des Materials und fördert dadurch die Kautätigkeit Deines Pferdes. Das Mangan in der Zusammensetzung des Sensogan hilft dabei, allergische Reaktionen zu verhindern. Die besondere Konstruktion aus dem nach vorne geneigtem Mundstück und den abgeschrägten Übergängen zu den Seitenteilen, sorgt für mehr Zungenfreiheit und eine feinere Druckverteilung. Die kurzen Unterbäume beziehungsweise Unterzüge dieser Kandare von 5 cm sorgen für eine im Vergleich zu längeren Unterzügen geringere Wirkung bei Aufnahme der Zügel. Das Gebiss eignet sich dadurch besonders gut, um Pferde an eine Kandare zu gewöhnen und entspannt an das Gebiss herantreten zu lassen. Da Sensogan in der Herstellung recht teuer ist und auch der hochwertige Edelstahl sich auf den Preis auswirkt, ist dieses Gebiss im Vergleich zu herkömmlichen Gebissen teurer. Es lohnt sich jedoch in der Anschaffung, wenn du Dein Pferd schonend mit dem Kandarengebiss vertraut machen möchtest.

Gut, günstig und auch in kleiner Ponygröße verfügbar: Gebissscheiben von Krämer

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Was uns gefällt:

  • sind dünn und verhindern trotzdem das Durchziehen des Gebisses
  • Material aus Gummi ist weich und angenehm zum Pferdemaul
  • lassen sich gut montieren
  • auch in Ponygröße verfügbar
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Was uns nicht gefällt:

  • anfänglich starker Gummigeruch

Redaktionelle Einschätzung

Gebissscheiben dienen dazu, das Gebiss an den Seiten zu begrenzen, sowie ein Durchziehen des Gebisses durch das Maul sowie ein Scheuern an den Mundwinkeln zu verhindern. Diese Gebissscheiben von Krämer erfüllen diese alle diese Zwecke und sind dabei trotzdem besonders dünn. Das Material Gummi sorgt dafür, dass die Scheiben weich und angenehm zum Pferdemaul sind und das Pferd nicht stören. Es riecht jedoch anfänglich stark nach Gummi. Der Geruch verschwindet allerdings nach einiger Zeit. Wenn Du magst, kannst du die Gebissscheiben auch vor der ersten Benutzung an der Luft auslüften lassen, damit der künstliche Geruch schneller verfliegt. Durch einen Schlitz lassen sich die Scheiben weiterhin sehr einfach am Gebiss montieren. Super ist hier, dass Du diese Gebissscheiben auch für kleine Pferderassen mit einem kleinen Maul bekommst: Du kannst zwischen den Größen Pony (P) und Warmblut (F) wählen. Für einen vergleichsweise niedrigen Preis und den vielen Vorteilen erhältst du hier ein Produkt mit einem super Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der optimale weiche und rutschfeste Schutz: Kinnkettenschutz von Krämer

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Was uns gefällt:

  • bietet eine gute Polsterung zum Schutz
  • ein generell elastisches Material
  • einfaches Montieren an der Kette
  • rutscht trotz der Elastizität nicht hin-und her
  • sehr günstig
Was uns nicht gefällt:

  • gelegentlich anfänglich etwas steif

Redaktionelle Einschätzung

Eine Kinnkette verstärkt die Hebelwirkung der Kandare und des Pelhalms und drückt von unten gegen den Unterkiefer. Um den Druck zu gewährleisten, diesen jedoch angenehmer zu machen und Verletzungen zu vermeiden, kann man die Kinnkette mit einem Schutz versehen. Dieser Kinnkettenschutz von Krämer ist aus Gummi gefertigt, polstert die Kette dadurch sehr gut ab und ist weich zur Pferdehaut. Gleichzeitig ist der Kinnkettenschutz durch das Gummimaterial auf der einen Seite elastisch und einfach an der Kette anzubringen, auf der anderen Seite aber trotzdem fest und rutscht nicht an der Kette hin-und her. Eventuell ist das Material zu Anfang noch etwas steif, das legt sich aber mit der Zeit der Benutzung. Ein Schutz an der Kinnkette ist laut LPO (die Leistungs-Prüfungs-Ordnung, die Regeln zur Teilnahme an Turnieren formuliert) bei einer Pelhamzäumung vorgeschrieben. Dieses Modell eines Kinnkettenschutzes von Krämer ist einfach in der Handhabung, freundlich zum Pferd, gleichzeitig dabei sehr günstig im Preis und daher sehr empfehlenswert.

Kaufratgeber für Pferdegebisse

Die Auswahl an Pferdegebissen ist groß. Wie Du unter den verschiedenen Angeboten das für Dich und dein Pferd am besten geeignete Gebiss findest und welche Kriterien Du beim Kauf beachten solltest, erfährst Du daher hier.

Was ist ein Pferdegebiss?

Das Pferdegebiss beziehungsweise die Trense ist der Teil der Reitausrüstung, der im Maul Deines Pferdes liegt und auf Zunge und Lade (dem Raum zwischen den Zähnen, in denen das Gebiss im Unterkiefer liegt) wirkt. Durch die Verbindung mit der Reiterhand über die Zügel nimmst Du großen Einfluss darauf, was das Pferd spürt und wie intensiv Deine Reiterhilfen sind. Letztendlich wirkt sich das auch auf das Wohlbefinden Deines geliebten Pferdes aus.

Was ist die Funktion eines Pferdegebisses?

Mit den verschiedenen Arten von Pferdegebissen hast Du auch unterschiedlichen Einfluss auf das Pferdemaul. Je nach Art des Mundstücks und des Seitenteils können deine Hilfen unterschiedlich auf das Pferd wirken. D-Rind, Olivenkopf- und Schenkeltrensen bieten zum Beispiel eine direktere Einwirkung auf die Zunge, während die frei beweglichen, rotierbaren Seitenteile der Wassertrense eine ungeübte Reiterhand besser ausgleichen. Außerdem kommt es darauf an, mit welchem Gebiss sich Dein Pferd am wohlsten fühlt. Daher solltest Du auf eine sorgfältige Auswahl des passenden Pferdegebisses achten.

Die wichtigsten Kaufkriterien

Nachfolgend erläutern wir dir die wichtigsten Kriterien, die Du beim Kauf eines Gebisses beachten solltest

Art des Pferdegebisses

Gebiss ist nicht gleich Gebiss. Im weiteren Verlauf beschreiben wir Dir deshalb, welche unterschiedlichen Arten es gibt.

Stange

Stangengebisse sind durchgehende Mundstücke, die bei Annahme der Zügel Druck auf die gesamte Breite des Pferdemauls ausüben. Daher gehören diese nur in erfahrene Reiterhände, die feinere Hilfen geben und so den Druck durch das Stangengebiss präzise einsetzen können. Für an bestimmten Stellen druckempfindliche Pferde oder Pferde die wenig sensibel auf den Druck gezielter Reiterhilfen reagieren, kann das Stangengebiss eine Hilfe sein.

Einfach gebrochene Trense

Im Gegensatz zum Stangengebiss besteht das Mundstück bei einfach gebrochenen Gebissen aus zwei Schenkeln, die in der Mitte beweglich miteinander verbunden sind. Dadurch ist es Dir möglich getrennte Hilfen zu geben.

Doppelt gebrochene Trense

Bei doppelt gebrochenen Mundstücken sind die Schenkel über ein Mittelstück miteinander verbunden. Dadurch sollen sie die Zunge mehr umschließen und so ruhiger im Pferdemaul liegen. Allerdings gehen die Meinungen hier auseinander. Denn andererseits soll so auch mehr Druck auf die Zunge entstehen und diese womöglich eingequetscht werden.

Olivenkopftrense

Bei der Olivenkopftrense sind die Seitenteile fest mit dem Mundstück verbunden, so dass keine Rotierung möglich ist. Dadurch liegt das Gebiss ruhiger im Pferdemaul und es können direktere Hilfen gegeben werden. Ungeübten Reitern wird aus diesem Grund oft empfohlen auf eine Wassertrense auszuweichen, da durch die direkteren Hilfen auch stärkerer Druck auf das Pferdemaul ausgeübt werden kann.

Schenkeltrense oder auch Knebeltrense

Durch die seitlichen Stangen an den Ringen der Schenkeltrense wird erzielt, dass das Gebiss ruhig liegt und es bei zu starker Einwirkung nicht durch das Maul gezogen werden kann. Die korrekte Wirkung der Reiterhilfen auf das Pferdemaul wird so auch bei ungeübten Reiterhänden gewährleistet. Außerdem können die Hilfen einem jungen Pferd dadurch verständlicher gemacht werden.

Kandaren

Eine Kandare besteht aus einer Stange als Mundstück und Querschenkeln als Seitenteile. Der obere Teil der Querschenkel (Oberbaum) ist mit dem Zaum, der untere Teil (Unterbaum) ist mit den Zügeln verbunden. Über diese Hebel wird bei Anzug der Zügel Druck auf das Maul und Genick des Pferdes ausgeübt. Je länger der Unterbaum ist, desto stärker ist die Einwirkung durch die Reiterhand. Hinzu kommt eine Kinnkette, die unter dem Kinn des Pferdes verläuft. Diese verstärkt die Hebelwirkung noch und drückt gleichzeitig von unten gegen den Unterkiefer. So kann sich das Gebiss nur begrenzt im Maul drehen und es entsteht ein leichter Druck auf das Genickstück, wenn sich die Kinnkette strafft. Dadurch soll erreicht werden, dass das Pferd den Kopf senkt.
Kandaren werden gerne zur Verfeinerung der Hilfen eingesetzt. Das Pferde spürt jede kleine Bewegung der Reiterhand, weshalb Kandaren aber auch nur von gut ausgebildeten Reitern verwendet werden sollten.
Bei Dressurkandaren wird zusätzlich zum Kandarengebiss und der Kinnkette ein weiteres Gebiss als Unterlegtrense verwendet, welches ebenfalls am Zaum befestigt und mit einem weiteren Paar Zügel verbunden ist.

3-Ring-Trense

Das 3-Ring-Gebiss wird auch Pessoa oder Springkandare genannt. Es besteht aus einem einfach oder doppelt gebrochenen Mundstück und Seitenteilen aus je drei Ringen. Je nachdem in welche Ringe die Zügel verschnallt werden erzielt man eine andere Wirkung: Sind die Zügel am großen mittleren Ring befestigt, so wirkt die Reiterhand ähnlich wie bei einer Wassertrense auf das Pferdemaul ein. Oft werden aber Zügel jeweils an den oberen und an den unteren Ringen befestigt, wodurch es zu einer Hebelwirkung kommt und die Einwirkung auf das Pferdemaul “schärfer” ist.

Pelham

Das Pelham ist ein Gebiss mit Hebelwirkung und im Grunde genommen eine Kombination aus Trense und Kandare. Es ist keine Unterlegtrense notwendig, da das weitere Paar Zügel problemlos am Gebiss befestigt werden kann. Dadurch wirkt das Gebiss schärfer als eine normale Trense, aber weniger scharf im Vergleich zu einer Kandare.

Material des Pferdegebisses

Gebisse variieren nicht nur in ihrer Form. Sie lassen sich auch nach dem verwendeten Material klassifizieren.

Edelstahl

Edelstahlgebisse bestehen aus Eisen, Chrom und Zink oder Nickel, welche eine geringe Neigung zu Rost aufweisen oder besonders robust sein sollen. Bei Nickel ist zu berücksichtigen, dass einige Pferde darauf allergisch reagieren können. Deswegen solltest Du bei Gebissen mit Nickelanteil darauf achten wie hoch der Anteil und wie die Substanz im Gebiss verarbeitet worden ist. Zudem können die Gebisse je nach Substanz scharfe Kanten entwickeln die dem Pferdemaul schaden. Eine regelmäßige Reinigung und Kontrolle des Gebisses ist daher ratsam.

Rostfreier Stahl

Ein Edelstahl, dass durch einen Anteil von mindestens 10,5 % Chrom in der Legierung nicht rostet und dadurch vor allem mit seiner Langlebigkeit punktet.

Messing

Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink und ist hauptsächlich bei sehr günstigen Gebissen zu finden, weil das Material nicht besonders lange haltbar und in der Regel recht spröde ist.

Aurigan

Besonders positiv an Gebissen aus Aurigan ist, dass diese frei von Nickel sind, da Nickel bei einigen Pferden allergische Reaktionen hervorrufen kann. Der hohe Kupferanteil regt zudem durch Oxidation im Pferdemaul, das Pferd zum Kauen an. Weiterhin besteht Aurigan neben Kupfer auch aus Silizium, welches beim Gebiss für Festigkeit sorgt.

Sensogan

Sensogan ist eine Weiterentwicklung von Aurigan. Es besteht aus einer Mischung aus im Vergleich zu Aurigan reduziertem Kupfer, sowie Mangan und Zink. Durch den reduzierten Kupferanteil und die Kombination mit Mangan soll es zu einer besseren Oxidation der Stoffe kommen und so die Kautätigkeit anregen. Des Weiteren soll Mangan dabei helfen allergische Reaktionen zu verhindern. Da Kupfer jedoch relativ teuer in der Herstellung ist, sind Gebisse mit diesem Material oft vergleichsweise teuer.

Größe

Für jedes Pferd solltest Du individuell die passende Größe des Gebisses herausfinden. Diese kannst Du nach Stärke und Weite auswählen.

Stärke

Um die geeignete Stärke (Durchmesser) des Gebisses zu ermitteln gibt es einen einfachen Trick. Bei dem sogenannten “Finger-Test” legst Du Deinen Mittel- und Zeigefinger in die Lade des Pferdemauls, also genau dorthin, wo das Gebiss später liegen soll. Je nach Druckgefühl wählst Du ein Gebiss mit 14-16mm (deutlicher Druck) oder 16-18mm (leichter bis kaum spürbarer Druck) Durchmesser.

Weite

Die Weite eines Gebisses wird von der Lochinnenseite zur Lochinnenseite des Mundstücks (das Stück, das tatsächlich im Maul Deines Pferdes liegt) gemessen. Um zu prüfen, welche Gebissweite zu Deinem Pferd passt kannst Du einen Gebissweitenmesser verwenden. Entsprechende Schablonen kannst Du Dir im Internet ausdrucken oder im Fachhandel kaufen. Es gibt Gebisse mit festen und durchlaufenden Seitenteilen. Durchlaufende Seitenringe (wie bei der Wassertrense) sind frei beweglich mit dem Mundstück verbunden und können rotieren. Damit die Beweglichkeit gewährleistet bleibt sollte das Seitenstück weder zu weit vom Pferdemaul entfernt sein, noch zu eng anliegen.
Gebisse gibt es meist in den Weiten 115 mm, 125 mm, 135 mm und 145 mm.

Tipp: Wenn Du Dir trotzdem noch unsicher bist, kannst Du auch Deinen Tierarzt oder erfahrene Ausbilder um Rat fragen. Die haben mehr Erfahrung und wissen oft ganz genau, worauf Du achten musst.

Funktion

Bei der Auswahl des Gebisses ist in erster Linie darauf zu achten, dass Dein Pferd mit dem Gebiss zufrieden läuft. Du solltest aber auch berücksichtigen, für welche Disziplin Du das Gebiss einsetzten möchtest und auf welchen Ausbildungsstand sich Du und dein Pferd befinden. So eignen sich Wassertrensen beispielsweise gut für Reitanfänger, da hier eine ungeübte Handeinwirkung ausgeglichen wird. In höheren Leistungsklassen wird dagegen auch oft auf Kandare geritten. Hier benötigst Du viel Feingefühl, denn das Pferd spürt bei diesen Trensen schon kleine Bewegungen der Reiterhand.

Welche Marken stellen qualitative Pferdegebisse her?

Auf den Markt für Pferdegebisse gibt es viele Marken die teilweise auch ihre ganz eigenen Gebisse aus Kombinationen von Formen und Materialien im Sortiment führen. Bei allen findest Du jedoch immer die gängigsten Arten von Pferdegebissen wie sie im Freizeit- aber auch oft im Profisport verwendet werden. Während sich einige Anbieter lediglich auf die Herstellung von Gebissen und deren Zubehör konzentrieren, vertreiben andere neben ihren eigenen Marken auch Gebisse anderer Marken, sowie weitere Produkte aus dem Reitsport. Hier sind unter anderem Reitsportgeschäfte wie Loesdau, Horze, Krämer oder Waldhausen zu nennen. Eine Liste und Beschreibung der gängigsten Hersteller von Gebissen haben wir für Dich im Folgendem zusammengestellt:

Apple Mouth

Apple Mouth bietet Gebisse aus Kunststoff mit Geschmack, die die Kautätigkeit anregen und besonders weich zum Maul sein sollen.

Beris

Die Marke Beris vertreibt mehrere Modelle von der Wassertrense, über die Schenkeltrense bis hin zu Kandaren und besonderen Kombinationen aus hochwertigen Materialien. Alle Metallteile sind dabei von Hand gefertigt.

Busse

Die Marke Busse bietet neben zahlreichen anderen Produkten rund um den Reitsport auch Gebisse an. Im Sortiment befinden sich die gängigsten Modelle von der herkömmlichen Wassertrense bis zur Kandare, sowie verschiedenes Zubehör aus unterschiedlichen Materialien. Im Online-Store findest Du neben den Produkten von Busse selbst auch Produkte anderer Marken.

Feeling

Eine renommierte Marke für Trensen die besonders qualitativ hochwertige Gebisse herstellt.

Stübben

Stübben gehört zu den bekanntesten Marken im Pferdesport und vertreibt neben Gebissen auch zahlreiche andere qualitativ hochwertige Produkte. Die Marke entwickelt ihre zum Teil innovativen und patentierten Produkte dabei stets in Orientierung an den Bedürfnissen von Pferd und Reiter.

Sprenger

Sprenger ist ein Hersteller für Metallwaren für den Pferdesport, Hundesport und und Bootsport und hat sich mit seinen qualitativen und innovativen Produkten einen Namen gemacht.

Trust

Ebenfalls eine renommierte Marke mit Sitz in Holland die sich besonders an den individuellen Bedürfnissen von Reiter und Pferd orientiert.

Weitere Marken:

  • Abbey
  • Acavallo
  • Ekkia
  • Epplejeck
  • F.R.A.
  • Harry’s Horse
  • Horse-friends
  • Horze
  • Jump’in
  • Kavalkade
  • Krämer
  • Loesdau
  • Metal AB
  • Myler
  • Nathe
  • Poponcini
  • Showmaster
  • Silk Steel
  • Stephens
  • Stonedeek
  • Sprenger
  • Waldhausen

Wo kann man ein Pferdegebiss kaufen?

Pferdegebisse kannst du in den Online-Shops der Hersteller oder in stationären Reitsportgeschäften und deren Online-Shops finden. Hier kommt es darauf an, was für ein Gebiss du suchst, denn jeder Hersteller vertreibt seine ganz eigenen Produkte die sich von anderen unterscheiden können. Zudem führt nicht jedes Reitsportgeschäft alle auf dem Markt verfügbaren Modelle beziehungsweise Marken. Suchst Du ein Gebiss wie es im Freizeit- und Turniersport am häufigsten verwendet wird, so wirst du in einem Reitsportgeschäft, welches mehrere Marken im Sortiment führt, fündig. Für Gebisse für höhere Klassen oder besondere Kombinationen lohnt es sich aber direkt in den Online-Geschäften der Herstellern zu schauen.

Wie viel kosten Pferdegebisse?

Pferdegebisse erhältst Du bereits ab einem Wert von 10 bis 15 Euro. Hier kommt es allerdings ganz darauf an, für welches Modell Du Dich entscheidest. Je nach Marke, Material und Form können Gebisse auch bis zu 100 Euro kosten. Die meisten Modelle liegen dabei aber im unteren bis mittleren Preisrahmen von 20 bis 50 Euro.

Wichtiges Zubehör für Pferdegebisse

Folgendes Zubehör kannst Du für Pferdegebisse bekommen:

Zaum

Kein Gebiss kommt ohne Trensenzaum zum Einsatz, denn dieser hält das Gebiss im Pferdemaul. Auch bei der Zäumung kannst Du zwischen verschiedenen Arten wählen.

Riemen

Mittels Gebissriemen wird das Gebiss an die Zäumung verschnallt.

Pflegematerial

Speichel und Futterreste kannst Du mit etwas Wasser und einem Tuch bereits von Deinem Gebiss entfernen. Zusätzlich findest Du verschiedene Pflegeprodukte im Handel. Hier kommt es wieder darauf an, aus welchem Material das Gebiss besteht. Auch auf Haushaltsmittel wie Backpulver und Essig kannst Du je nach Material zurückgreifen, um Dein Pferdegebiss zu reinigen.

Wichtig: Futterreste und Abnutzungen können Dein Pferd im Maul verletzen. Achte deshalb vor jedem Gebrauch darauf, dass das Gebiss sauber und frei von Riseen, Rost oder ähnlichem ist.

Gebissscheiben

Gebissscheiben schützen das empfindliche Pferdemaul, indem sie als äußere Begrenzung verhindern, dass das Gebiss bei unsachter Handeinwirkung durch das Maul gezogen werden kann. Zudem unterbinden sie mögliche Scheuerstellen an den Mundwinkeln des Pferdes.

Kinnkettenschutz

Ein Kinnkettenschutz bietet, wie der Name schon sagt, Schutz beim Einsatz einer Kinnkette und ist gerade bei empfindlichen Pferden vom Vorteil.

Pferdegebiss Test-Übersicht: Welche Pferdegebisse sind die Besten?

Wir haben für Dich auf den größten Testseiten geschaut, ob Pferdegebisse getestet wurden und dir unsere Ergebnisse in einer Tabelle zusammengefasst:

TestmagazinTest vorhanden?Veröffentlichungs-JahrKostenloser ZugangMehr erfahren
Stiftung WarentestNein
Öko TestNein
Konsument.atNein
Ktipp.chNein

Leider wurden bisher noch nicht viele Test zu Pferdegebissen durchgeführt. Dieser Beitrag wird jedoch regelmäßig von uns aktualisiert. Sobald es neue Tests zu diesem Thema gibt informieren wir Dich selbstverständlich auf dieser Seite.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Pferdegebiss

Die am meisten gestellten Fragen zum Pferdegebiss beantworten wir Dir im Folgendem:

Welches Pferdegebiss eignet sich für empfindliche Pferde?

Bei empfindlichen Pferden empfiehlt sich ein Gebiss, dass besonders ruhig im Maul liegt und gleichzeitig eine ungeübte Reiterhand ausgleicht. Hier kommen zum Beispiel Wassertrensen mit ihren rotierbaren Seitenteilen und den einfach oder doppelt gebrochenen Mundstück in Frage.

Welches Pferdegebiss eignet sich für Pferde mit Anlehnungsproblemen?

Hier ist ein Gebiss, dass die Maultätigkeit fördert und zu mehr Durchlässigkeit und Konzentration führt nützlich. Es ist jedoch weniger relevant, welche Art von Gebiss Du verwendest, sondern vielmehr, wie das Gebiss im Pferdemaul liegt. Passt es nicht richtig, so stört es Deinem Pferd mehr und es kann sich weniger “fallen lassen”.

Welches Pferdegebiss ist für Anfänger geeignet?

Anfänger haben oft noch eine sehr unruhige Hand und können dem Pferd über eine direkte Verbindung zum Pferdemaul uneindeutige Signale vermitteln. Daher sind Trensen mit durchlaufenden Ringen, die den Druck durch freie Beweglichkeit am Mundstück ausgleichen, ratsam.

Welches Material ist für ein Pferdegebiss am besten geeignet?

Hier kommt es ganz darauf an, womit sich Dein Pferd am wohlsten fühlt. Einige Pferde reagieren zum Beispiel allergisch auf Gebisse mit Nickelanteil. Zudem gibt es Pferde, die Gebisse mit Kupferanteil lieber annehmen, da diese durch Oxidation leicht süßlich schmecken.

Wie misst man ein Pferdegebiss richtig?

Gebiss-Stärke

Lege Deinen Mittel- und Zeigefinger in die Lade des Pferdemauls, also genau dorthin, wo das Gebiss später liegen soll. Je nach Druckgefühl wählst Du ein Gebiss mit 14-16mm (deutlicher Druck) oder 16-18mm (leichter bis kaum spürbarer Druck) Durchmesser.

Gebiss-Weite

Die Weite eines Gebisses misst Du von Lochinnenseite zur Lochinnenseite des Mundstücks (das Stück, das tatsächlich im Maul Deines Pferdes liegt). Um zu prüfen, welche Gebissweite zu Deinem Pferd passt, kannst Du einen Gebissweitenmesser verwenden.

Wie sitzt ein Pferdegebiss richtig?

Ein Pferdegebiss gehört in den zahnfreien Bereich des Pferdemauls, also zwischen Schneide- und Backenzähne. Es sollte weder zu dick, noch zu dünn sein, um zu viel Druck auf Gaumen und Zunge zu vermeiden beziehungsweise um nicht hin und her zu rutschen. Außerdem darf es weder zu kurz, noch zu lang sein. Ein zu kurzes Gebiss schneidet in die Lefzen des Pferdemauls ein, ein zu langes Gebiss ist instabil und kann verrutschen.

Wann sollte ein Pferdegebiss erneuert werden?

Spätestens dann, wenn durch Abnutzung oder Rost scharfe Kanten entstehen, solltest Du das Reitgebiss austauschen, denn diese können zu Verletzungen im Pferdemaul führen. Wichtig ist zudem, dass Dein Pferd zufrieden mit dem Gebiss läuft. Tut es dies nicht, solltest Du Dich ebenfalls nach einem anderen Gebiss umschauen.

Können Pferdegebisse repariert werden?

Du solltest Reparaturen am Pferdegebiss nie selbst durchführen und stattdessen einen Experten aus dem Fachhandel um Rat fragen. Eigenständige, nicht sorgsam durchgeführte Reparaturen können Deinem Pferd eventuell mehr schaden, als dass es ihm hilft. Allgemein gilt, dass der Materialabrieb bei einigen Gebissen durch Polieren und Schleifen wieder aufbereitet werden kann. Dies gilt jedoch nicht für alle Materialien und kommt auf den individuellen Verschleiß an.

Was ist der Unterschied zwischen einfachen und doppelt gebrochenen Pferdegebissen?

Einfach gebrochene Gebisse bestehen aus zwei Schenkeln, die in der Mitte beweglich miteinander verbunden sind. Dadurch ist es Dir möglich getrennte Hilfen zu geben.
Bei doppelt gebrochenen Gebissen sind die Schenkel zusätzlich über ein Mittelteil miteinander verbunden. Dadurch soll das Gebiss die Zunge mehr umschließen, großflächiger wirken und den Druck mehr verteilen. Die genaue Wirkung ist aber umstritten. So heißt es auch, dass der Druck insgesamt zunimmt und die Zunge womöglich eingequetscht werden kann.

Was bewirken Baucher Gebisse / B-Ring Gebisse?

Bei einer Baucher beziehungsweise B-Ring Trense ist das Gebiss über sogenannte Oberbäume (ringförmige Seitenteile mit einer “Stange”, die zusammen wie ein kleines “b” aussehen) fest mit dem Zaum verschnallt. Zusammen mit dem meist ungebrochenem Mundstück bewirkt dies, dass das Gebiss ruhiger im Maul liegt als bei anderen Gebissarten.

Wie pflegt man ein Pferdegebiss?

Du solltest das Pferdegebiss nach jedem Benutzen gründlich mit Wasser abwaschen und Ablagerungen von Speichel- und Futterresten entfernen, die das Material eventuell angreifen und beschädigen können.
Zudem gibt es im Fachhandel Reinigungsmittel für Gebisse aus besonderem Material, wie zum Beispiel Sensogan und Aurigan, die Kupfer enthalten.

Weiterführende Quellen

Weitere Informationen findest du auch hier:
Filmreihe “Das passende Gebiss”
LPO Ausrüstungskatalog

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